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INTO THE WILD. LANDSCAPE REVISITED

INTO THE WILD. LANDSCAPE REVISITED

Eröffnungsrede in der Greskewitz Kleinitz Galerie, Hamburg, am Freitag, 12. Januar 2018 um 19.15 UhrEine Ausstellung mit Eugen Kunkel, Felix Rieger und Christoph Rhode.

Lange Zeit war die Natur für den Menschen etwas Bedrohliches – indigene Völker glaubten an Gottheiten, die für ihre Mächte verantwortlich seien und bis in die Bilder der Romantik hinein spürt man die Erhabenheit der Landschaft. Heute ist es die Natur, die vom Menschen bedroht wird. Als Kinder des postindustriellen urbanen Zeitalters haben wir uns wie nie zuvor von Fauna und Flora entfremdet. Gleichzeitig werfen gerade junge Künstler wieder einen Blick auf die Landschaft und revitalisieren ein Genre, dessen Geschichte über Jahrhunderte zurückreicht. Die Ausstellung „Into the Wild – Landscape revisited“ in der Greskewitz-Kleinitz Galerie zeigt drei zeitgenössische malerische Positionen, welche Landschaft mit dem Blick der Moderne betrachten und so zu teilweise gänzlich neuen bildnerischen Formulierungen dessen finden, was Landschaftsmalerei heute sein kann. Gleichzeitig stellen sie mit ihren Bildern genauso programmatisch wie der Titel der Ausstellung die Frage, inwieweit die wilde, ungezähmte Landschaft noch Motiv eines kontemporären Herangehens an die Landschaft ist.

Weitere Informationen gibt es hier.

MARTIN BRONSEMA. EINBRECHENDE IDYLLE.

MARTIN BRONSEMA. EINBRECHENDE IDYLLE.

Eröffnungsrede anlässlich des Neujahrsempfang in der Galerie St. Gertrude am Sonntag den 14. Januar 2018 um 11 Uhr.

Schräg, humorvoll, bizarr, provokant, kritisch, nachdenklich, polarisierend, herausfordernd, irritierend, abstrus, rätselhaft: die Papierarbeiten von Martin Bronsema lassen sich mit einem Facettenreichtum an Adjektiven beschreiben. Eine Auswahl der vielfältigen Papierarbeiten von Martin Bronsema, der sich bislang durch großformatige Malerei einen Namen gemacht hat, wird in der Galerie St. Gertrude gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von mir.
Weitere Informationen gibt es hier.

RÖMER + RÖMER – DURCHS FENSTER IN DIE RÄUBERHÖHLE

RÖMER + RÖMER – DURCHS FENSTER IN DIE RÄUBERHÖHLE

Eröffnungsrede bei Siller Contemporary, Ballindamm 9, Hamburg, am Freitag den 17.11.2017, 19 Uhr bis 22.30 Uhr

Einmal im Jahr wird auf einem ehemaligen Militärflughafen in Lärz, der Ausnahmezustand ausgerufen: Vier Tage Ferienkommunismus, vier Tage absolute Freiheit. Alltag und Routine bleiben zurück, gelebt wird die Vision einer temporären Utopie. Die Bilder der Ausstellung «Durchs Fenster in die Räuberhöhle» zeigen in einer ganz eigenen, zeitgenössischen Form der Historienmalerei[1] bunte, leuchtende, vibrierende und doch gleichzeitig nachdenkliche Momentaufnahmen der Fusion.  Ohne zu werten oder zu moralisieren, stellen sie in ihrer zum Teil großformatigen Malerei, die Frage, ob die temporäre Festivalgemeinschaft nicht neue, eigene Gesetze generiert und die Suche nach Loslösung von allen Regeln zu einem Paradox verkommt. Auf einer zweiten Ebene geht es in den ästhetischen und technisch versierten Arbeiten um essentielle menschliche Themen – menschliches Sozialverhalten, Gruppendynamiken, ritualisierte Erlebnisprogramme.

[1] Luisa Heese: Rede anlässlich der Ausstellungseröffnung „Generalstreik“ von Römer+Römer im Kunstverein Münsterland, Coesfeld, am 11. Juni 2017

Weitere Informationen gibt es hier und hier.

Abb: Spotlight, 2017, 95 x 220 cm (4-teilig) Öl auf Leinwand © Römer+Römer, Foto Eric Tschernow

MAN AND THE CITY. AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG.

MAN AND THE CITY. AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG.

Ausstellungseröffnung in der Greskewitz Kleinitz Galerie
Hamburg am 12.05.17

Im Jahr 2008 lebten erstmals mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, Tendenz steigend. Das Jahrtausend der Städte ist angebrochen, eine Zeit, die zunehmend von einem neuen Raumdenken geprägt ist. Unsere Umgebung hat sich im Zuge von Industrialisierung und postmoderner Architektur maßgeblich gewandelt. Dies spiegelt sich auch in der Kunst wieder. Statt verträumter Landschaftsmalerei, die den Blick in die Ferne schweifen lässt, widmen sich die Künstler diesem neuen, eigenwilligen Lebensraum, der sich durch das vertikale Streben immer höher werdender Gebäude und eine reduzierte Ästhetik in Glas, Stahl und Beton auszeichnet. In Entsprechung dazu haben sie in notwendiger Konsequenz die klassische Gattung der ‚Stadtansicht’ aktualisiert.

Fern von der Vedutemalerei, die seit dem 17. Jahrhundert besonders in Italien verbreitet war und uns historische Stadtansichten überliefert hat oder den impressionistischen Ansichten der Pariser Boulevards haben sie neue, angemessene Formen der Darstellung gesucht und gefunden. Bezeichnend ist dabei, dass es in erster Linie äußerst subjektive Perspektiven sind. So zeigen die vier künstlerischen Positionen der Ausstellung „Man and the City“ in bester postmoderner Manier, dass sich die Stadtansichten im 21. Jahrhundert gerade durch die individuelle Herangehensweise an das Sujet auszeichnen. Es wird ein Pluralismus gepflegt, der angesichts des scheinbar banalen Themas erstaunlich ist.

Carsten Kaufhold, der an der Universität der Künste in Berlin studierte, präsentiert in seiner Malerei ein utopisches Berlin. In menschenleeren Bildern fängt er leise Momente einer Stadt ein, die üblicherweise durch Chaos und Dreck von sich reden macht. Die Zeit steht seltsam still in diesen Arbeiten, die sich durch ihr warmes Licht und ihre technische Perfektion auszeichnen.

Ganz anders nimmt Alexander Rosol den urbanen Raum war. Der in Regensburg ansässige Künstler zeigt den Prototyp der Megacity aus überraschenden Blickwinkeln, die den Fokus auf die Wirkung der Strukturen der Architektur setzen und Mithilfe von Unschärfe eine faszinierende Räumlichkeit generieren.

Charakteristisch für Georg Dienz Werke dagegen ist die Konzentration auf momenthafte Szenen, die auch den Menschen miteinbeziehen und die Frage stellen, wie er sich die Stadt zu eigen macht. Der Mensch steht auch im Mittelpunkt von Hinrich Van Hülsens künstlerischem Schaffen. In surrealistisch anmutenden Szenarien bildet er unser Verhältnis zur Landschaft als Gegenpol der Stadt ab und lässt die Frage offen, wie weit wir uns von unserem ursprünglichen Lebensraum – der Natur – entfernt haben.